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Wodan Munding und der rote Faden von Zandvoort
21. August 2018 Zurück zur Artikelübersicht »

 

Bei Wodan Munding reiht sich derzeit eine Premiere an die nächste. Kein Wunder, bestreitet der 17-jährige Stuttgarter doch seine erste Motorsportsaison in der Renault-Clio-Cup-Europe-Serie. Am vergangenen Wochenende ging es für den Newcomer auf den niederländischen Dünenkurs nach Zandvoort. Direkt angrenzend an die Nordsee, war der Start ins freie Training am Freitag auf der 4.307 Meter langen Strecke mit einem Sprung ins kalte Wasser zu vergleichen.

Ohne Testkilometer musste sich der Youngster auf die neue Strecke und das noch neue Auto einschwingen. Brems- und Einlenkpunkte kennenlernen und diese gleich verinnerlichen, um dann im Qualifying auf den Punkt abliefern zu können. Bei zweimal 30 Minuten Trainingszeit eine ziemliche Herausforderung. „Es hilft ungemein, seinen eigenen Rhythmus auf der Strecke zu finden. Das war beim Zeittraining aber gar nicht so leicht“, kontert der Schwabe, „denn schließlich gab es innerhalb des 30-minütigen Zeitfensters gleich viermal die rote Flagge.“ Damit heißt es für die Fahrer runter vom Gas, zurück in die Box und hoffen, dass eine gute Zeit dabei war. 

Wenn bei der Anzahl an roten Flaggen, dann alle nahezu gleichzeitig nochmal versuchen eine schnelle Rundenzeit einzufahren, ist der Verkehr auf der Strecke immens. „An eine Bestzeit war da nicht wirklich zu denken“, so Munding. Und so musste sich der Rookie für das erste Rennen mit einem Start aus der zwölften Startreihe begnügen und im Rennen das Beste daraus machen. 

„Jetzt heißt es, die Lücke im Getümmel zu finden und sich durch die ersten Kurven hindurch zu manövrieren“, schmunzelte der Clio-Pilot und fügt verärgert an: „Aber bei der dritten Kurve war Schluss. Nach dem Abräumer fuhr ich erst einmal dem Feld hinterher und mehr als ein 23. Platz war dann nicht mehr möglich. Und beim zweiten Rennen hatte mein eigener Verbremser Konsequenzen“, erklärte er „Normalerweise kostet einen so etwas ein paar Sekunden und vielleicht ein oder zwei Plätze. In diesem Fall aber lag noch Bindemittel von einer vorangegangenen Kollision auf der Strecke und so rutschte mein Clio direkt in den meines Teamkollegen. Super ärgerlich, aber auch das ist eben Motorsport“, erläuterte der Youngster den Ausfall auf Platz neun. 

„So einen negativen roten Faden, der sich durch das Wochenende zieht, brauche ich kein zweites Mal“, resümierte Munding und zieht gleich seine Erkenntnisse aus dem Verlauf des Wochenendes: „Die Herausforderung beim Starten bekomme ich mittlerweile richtig gut in den Griff. Jetzt heißt es noch, schneller auf Speed zu kommen, um im Qualifying besser abzuschneiden. Und im Rennen braucht es noch ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Angriff, aggressivem und trotzdem bedachtem Fahren. Mit anderen Worten: Weiterlernen, Erfahrungen sammeln und meine noch junge Motorsportkarriere weiter ausbauen“, grinst der sympathische Nachwuchsrennfahrer.

Mit Zandvoort liegt die Halbzeit in der Renault-Clio-Cup-Europe-Serie hinter dem jungen Schwaben und noch drei Rennen vor ihm. Wenn in zwei Wochen vom 31. August bis 2. September die grüne Flagge für das erste freie Training im tschechischen Most geschwungen wird, betritt Wodan Munding auch dort wieder Neuland. „Auch in Most wird es spannend, wie schnell ich mich auf diese Strecke einstellen kann“, lässt uns der Clio-Pilot wissen und ruft noch hinterher: „Vielleicht finden wir auf dem Weg dorthin ja auch noch ein Quäntchen Glück, um das Fallen der Zielflagge dann aus dem Auto heraus zu sehen.“